lundi 29 juin 2009

Erkölnig de Goethe






Johann Wolfgang Goethe Erlkönig




Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?



Es ist der Vater mit seinem Kind;



Er hat den Knaben wohl in dem Arm,



Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.



- Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?



-Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?



Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?



-Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.



- »Du liebes Kind, komm, geh mit mir!



Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;



Manch bunte Blumen sind an dem Strand,



Meine Mutter hat manch gülden Gewand.



« Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,



Was Erlenkönig mir leise verspricht?



-Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;



In dürren Blättern säuselt der Wind.



- »Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?



Meine Töchter sollen dich warten schön;



Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn



Und wiegen und tanzen und singen dich ein.



« Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort



Erlkönigs Töchter am düstern Ort?



-Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:



Es scheinen die alten Weiden so grau.



- »Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;



Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.



« -Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!



Erlkönig hat mir ein Leids getan!



- Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,



Er hält in den Armen das ächzende Kind,



Erreicht den Hof mit Mühe und Not;



In seinen Armen das Kind war tot.

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